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Energie & Technik

Brennwertkessel

BrennwertkesselHeizkessel, der auch die Wärme aus Abgasen nutzt

1 Min. Lesezeit

Was ist ein Brennwertkessel?

Ein Brennwertkessel ist ein Heizkessel, der zusätzlich zur Verbrennungswärme auch die im Wasserdampf der Abgase enthaltene Wärme nutzt. Dadurch erreicht er einen höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Kessel.

Funktionsprinzip

  1. Brennstoff (Gas, Öl) wird verbrannt
  2. Abgase werden stark abgekühlt
  3. Wasserdampf kondensiert
  4. Kondensationswärme wird genutzt
  5. Kondensat wird abgeleitet

Wirkungsgrad

KesseltypWirkungsgrad (Hs)Wirkungsgrad (Hi)
Konstanttemperatur65-70%-
Niedertemperatur85-90%93-95%
Brennwert96-98%104-109%

Hi = Heizwert, Hs = Brennwert. Werte über 100% bezogen auf Hi.

Brennstoffe

BrennstoffBrennwertkessel verfügbar
Erdgas✅ Ja (Standard)
Flüssiggas✅ Ja
Heizöl✅ Ja
Pellets✅ Ja
Scheitholz❌ Nein

Voraussetzungen

AnforderungBeschreibung
AbgasleitungFeuchteunempfindlich (Kunststoff, Edelstahl)
SchornsteinSanierung meist nötig
RücklauftemperaturMöglichst niedrig (< 55°C)
KondensatableitungIn Abwasser (bei Gas ohne Neutralisation)

Vorteile

VorteilBeschreibung
Hohe EffizienzBis 15% Einsparung gegenüber Altkessel
Geringere EmissionenWeniger CO2
Kompakte BauformWandhängend möglich
Bewährte TechnikZuverlässig, günstige Wartung

Nachteile

NachteilBeschreibung
Fossiler BrennstoffGas/Öl nicht zukunftssicher
SchornsteinsanierungZusatzkosten
RücklauftemperaturFußbodenheizung vorteilhaft
Ab 2024: AuflagenBeratungspflicht, 65% EE-Anteil perspektivisch

Kosten (Richtwerte 2026)

KomponenteKosten
Gas-Brennwertkessel3.000 – 6.000 €
Öl-Brennwertkessel4.000 – 8.000 €
Schornsteinsanierung1.000 – 3.000 €
Installation2.000 – 4.000 €
Gesamt (Gas)6.000 – 12.000 €

Brennwert vs. Wärmepumpe

KriteriumBrennwertkesselWärmepumpe
InvestitionGünstigerTeurer
BetriebskostenHöher (Gaspreis)Niedriger (Strom)
CO2-EmissionenHöherGeringer/Null
ZukunftssicherheitEingeschränktHoch
FörderungKeine30-70%
PlatzbedarfGeringTeils höher

GEG 2024 und Brennwertkessel

RegelungInhalt
Einbau ab 2024Beratungspflicht
Ab 2045Betriebsverbot fossil
BestandsschutzReparatur weiter möglich
HybridlösungKombination mit Wärmepumpe möglich

Wartung

TätigkeitIntervall
BrennerwartungJährlich
AbgasmessungAlle 2 Jahre (Schornsteinfeger)
Kondensatablauf prüfenJährlich

Tipp

Bestehende Brennwertkessel können oft mit einer Wärmepumpe kombiniert werden (Hybridheizung), um die Anforderungen des GEG zu erfüllen.

Häufige Fragen zu Brennwertkessel

Was kostet ein neuer Brennwertkessel 2026?
Ein Gas-Brennwertkessel kostet 3.000–6.000 €, ein Öl-Brennwertkessel 4.000–8.000 €. Mit Schornsteinsanierung und Installation liegen die Gesamtkosten bei 6.000–12.000 €. Für reine Gaskessel gibt es seit 2024 keine staatliche Förderung mehr.
Wie funktioniert die Brennwerttechnik?
Ein Brennwertkessel kühlt die Abgase so stark ab, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert. Die dabei freiwerdende Kondensationswärme wird zusätzlich genutzt. Dadurch erreicht er einen Wirkungsgrad von über 100% bezogen auf den Heizwert (Hi).
Darf man 2026 noch einen Brennwertkessel einbauen?
Ja, nach dem GEG 2024 ist der Einbau weiterhin möglich, allerdings mit Beratungspflicht. Ab 2045 gilt ein Betriebsverbot für fossile Heizungen. Eine Hybridlösung mit Wärmepumpe erfüllt perspektivisch die 65%-EE-Vorgabe.
Kann man einen Brennwertkessel mit einer Wärmepumpe kombinieren?
Ja, bei Hybridheizungen ergänzt eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe den Brennwertkessel. Bei niedrigen Außentemperaturen springt der Kessel ein. Diese Kombination senkt den fossilen Verbrauch und erfüllt meist die GEG-Anforderungen.